schrecklich!
Ich wollte meiner Tochter einen besonderen Traum erfüllen: ein Treffen mit ihren YouTube- und TikTok-Vorbildern. Dafür bin ich von Bremen nach Dresden gefahren, habe sie abgeholt und bin mit ihr ins Taunus Wunderland – insgesamt über 2.000 km mit Rückfahrt.
Was uns dort erwartete, war leider keine schöne Erinnerung, sondern ein Tag voller Chaos, Enttäuschung und vor allem: ein beunruhigendes Sicherheitsrisiko. Schon beim Betreten des Parks sah ich einen Aufsteller mit dem Hinweis: „Ein Ticket garantiert kein Foto mit deinem Creator“ – da ahnte ich bereits, dass diese Veranstaltung kein echtes Fantreffen, sondern eher eine kalkulierte Massenabfertigung oder sogar eine bloße Einnahmequelle sein könnte.
Die Realität übertraf jedoch jede negative Erwartung. Es herrschte schon am Vormittag völlige Überfüllung. Der Park war sichtlich überlastet – nicht nur bei den Creator-Zonen, sondern auch an Fahrgeschäften, Verpflegungsständen und überall sonst. Mehrere Stunden Wartezeit für ein Getränk oder etwas zu essen waren keine Seltenheit – vieles war zudem ausverkauft. Schattenplätze gab es keine. Die Sonne brannte erbarmungslos und es wurden weder Wasser noch Sonnenschutz oder medizinische Hilfe bereitgestellt. In der Warteschlange gab ich die letzten Wasserflaschen meiner Tochter, damit sie bei der Hitze nicht kollabiert – aus der Schlange konnte man nämlich nicht mehr heraus, da alles abgesperrt war. Kein Zugang mehr zu Läden oder Versorgungsstellen.
Das Verhalten einiger Creator war ebenfalls ernüchternd. Während hunderte kleine Kinder stundenlang warteten, drehte die Hauptattraktion des Tages vorne TikToks und fuhr lieber mehrfach Achterbahn, als den angekündigten Zeitplan einzuhalten. Als sie endlich erschien, dauerte der Auftritt knapp eine Stunde – inklusive Pausen und Social-Media-Aktivitäten. Danach verschwand sie einfach wieder, obwohl noch hunderte Fans mit Fan-Shirts, selbst gemalten Bildern und riesiger Vorfreude in der Schlange standen.
Was dann passierte, war schlichtweg gefährlich. Als verkündet wurde, dass der Creator-Bereich geschlossen wird, entstand Panik. Die Menschenmenge drückte von allen Seiten, es kam zu Zusammenbrüchen, Tränen, Schreien – und es gab weder sichtbare Sanitäter noch ausreichend Security. Kinder wurden weggedrückt, Eltern schrien nach ihren Kindern, Menschen kletterten aus purer Verzweiflung über Absperrungen. Der Park reagierte spät oder gar nicht. Die wenigen Mitarbeiter waren sichtlich überfordert, viele schienen nicht geschult oder standen selbst unter Stress.
Dazu kam noch, dass einige Creator offenbar Vorrang an Fahrgeschäften hatten – Kinder, die sich über eine Stunde angestellt hatten, wurden mehrfach zurückgeschickt, damit VIPs vorfahren konnten. In den letzten Stunden des Tages war der untere Teil des Parks für normale Gäste gar nicht mehr nutzbar – abgesperrt für Influencer. Für den vollen Eintrittspreis bekam man also in Wahrheit weniger Zugang und deutlich mehr Frust.
Das alles wäre mit einem funktionierenden Sicherheitskonzept, besserem Personalmanagement, geregelten Besucherströmen und transparenter Kommunikation vermeidbar gewesen. Stattdessen fühlte man sich als Besucher – vor allem mit kleinen Kindern – allein gelassen und in manchen Momenten sogar gefährdet.
Fazit: Die Veranstaltung war schlecht geplant, nicht kindgerecht, gesundheitlich bedenklich und organisatorisch mangelhaft. Es ging offensichtlich mehr ums Geld als um ein echtes Erlebnis für die jungen Fans. Für uns war es ein extrem enttäuschender Tag – mit Folgen, die hoffentlich keine bleibenden Spuren hinterlassen.
Meine ursprüngliche Rezension bestand nur aus wenigen Sätzen, wurde jedoch wegen Verstoßes gegen die Richtlinien abgelehnt. Daher schildere ich den Sachverhalt nun sachlich und detailliert
14 April 2025
Unprompted review